Fagerhult halbiert seine CO₂-Emissionen – 49 % weniger seit 2021
Fagerhults geringere Klimaauswirkungen basieren auf vier zentralen Säulen: Materialwahl, Produktinnovationen, Initiativen zur Wiederverwendung und ein systematischer analytischer Ansatz. Innerhalb von fünf Jahren sind die CO₂-Emissionen insgesamt um 49 Prozent gesunken – was weit über die eigenen Ziele des Unternehmens hinausgeht.
In Fagerhults 80-jähriger Geschichte war der schonende Umgang mit Ressourcen stets ein Schwerpunkt, der das Unternehmen bis heute prägt. Seit 2021 wurden Ausrichtung und Zielsetzung für diese Prozesse noch klarer formuliert – mit konkreten CO₂-Emissionszielen, langfristigen Plänen und einem umfassenden Nachhaltigkeitsprogramm, das auf Lebenszyklusanalysen (LCA) basiert.
„Eine Senkung dieser Größenordnung in so kurzer Zeit zeigt, dass systematische Prozesse wirklich greifen. Es sind viele Maßnahmen, die zusammenspielen, wobei jede noch so kleine Verbesserung zum Gesamtbild beiträgt“, erklärt Josefin Carlsson, Expertin für Nachhaltigkeit bei Fagerhult.

Fagerhults gesamte CO₂-Emissionen sind im Vergleich zu 2021 um 49 Prozent zurückgegangen.
Viele Initiativen – ein gemeinsames Ziel
Dieser Erfolg beruht auf einer Reihe strategischer Entscheidungen im Hinblick auf die Produktentwicklung und Prozesse. Die Arbeit fand auf mehreren Ebenen parallel statt, ganz nach dem Grundsatz, dass alle kleinen Beiträge zusammen eine große Wirkung entfalten.
„Innovation und nachhaltige Lösungen schaffen für unsere Kunden einen erheblichen Mehrwert und senken die Emissionen über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg – nicht nur in unserer eigenen Produktion“, fügt Josefin Carlsson hinzu.

Josefin Carlsson, Expertin für Nachhaltigkeit bei Fagerhult, Habo.
Die größte Wirkung ist in der Nutzungsphase zu beobachten, in der die Emissionen seit 2021 kontinuierlich um rund 200 000 Tonnen CO₂e reduziert wurden – ein Rückgang um 49 Prozent. Zugleich konnten die Scope-1- und Scope-2-Emissionen im Vergleich zum Basisjahr um 60 Prozent gesenkt werden.
Nachhaltigkeit in der Praxis
Ein entscheidender Faktor für diese Fortschritte sind die vielfältigen parallelen Initiativen, wobei die Materialauswahl eine zentrale Rolle spielt.
Seit 2025 enthalten die meisten Leuchten mit Gehäusen aus stranggepresstem Aluminium bis zu 75 Prozent recyceltes Material. Dies trägt zu jährlichen Emissionseinsparungen von etwa 225 Tonnen CO₂e bei.
Im Jahr 2025 hat Fagerhult im Rahmen der ReLight-Initiative an jedem Arbeitstag mehr als hundert Leuchten wiederverwendet. Durch die Nachrüstung bestehender Leuchten mit neuer Technologie und die Verlängerung ihrer Lebensdauer lassen sich die Klimaauswirkungen durch Material und Produktion erheblich verringern. Durch Wiederverwendung haben mehr als 50 000 Produkte ein neues Leben erhalten.
Auch die Produktentwicklung ist ein entscheidender Motor für den Wandel. Mehrere Innovationen haben dabei die Klimaauswirkungen verringert und die Energieeffizienz gesteigert:
- Multilume Re:Think hat seit der Einführung im Jahr 2021 durch intelligentes Design und die Wahl umweltverträglicher Materialien die Scope-3-Emissionen um über 320 Tonnen CO₂e reduziert. Das entspricht 1 300 Bäumen, die über einen Zeitraum von zehn Jahren wachsen.
- Der Twin Dual Driver hat die Umweltbelastung durch die effizientere Elektronik besserer Vorschaltgeräte und eine optimierte Materialzusammensetzung um 49 Prozent reduziert.
- Das Gehäuse aus Solid Board (Massivkarton) von Wrapped hat die Umweltauswirkungen im Vergleich zu neu produziertem Aluminium um 89 Prozent gesenkt.
Gleichzeitig ist heute mehr als jede zehnte verkaufte Leuchte mit einem integrierten Sensor ausgestattet, wodurch der Energieverbrauch im Betrieb gesenkt wird. Ein entscheidender Faktor für den Erfolg ist der langfristige faktenorientierte Ansatz.
„Anhand von Lebenszyklusanalysen haben wir ermittelt, wo und wann Auswirkungen auf das Klima auftreten – und welche Maßnahmen den größten Einfluss haben. „Dieses Wissen nutzen wir nun für unser Engagement, unsere Klimaauswirkungen weiter zu reduzieren“, so Josefin Carlsson abschließend.
TEXT LINDA KARLSSON
FOTO DENNIS BOIJ
Unser Weg zur Netto-Null
Im Rahmen einer konzernweiten Verpflichtung auf die Science Based Targets Initiative (SBTi) hat Fagerhult seine Klimaziele im Jahr 2022 auf das 1,5-Grad-Ziel des Pariser Abkommens ausgerichtet. Bis spätestens 2045 wollen wir in der gesamten Wertschöpfungskette Netto-Null-Emissionen erreichen.
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LED-Umstellung bei Fagerhult – zur Senkung der Klimabelastung
Fagerhult nimmt eine umfassende Umstellung vor, um die Klimaauswirkungen seiner Leuchten zu verringern. Durch das Upgrade auf die neueste LED-Technologie kann Fagerhult die jährlichen Emissionen seiner verkauften Produkte um 2 250 Tonnen CO₂e senken. „Eine kleine Änderung an jeder einzelnen Leuchte, die insgesamt jedoch enorme Wirkung hat“, erklärt Niclas Thulin, Nachhaltigkeitsmanager bei Fagerhult. Die Entscheidung für die Umstellung der LED-Technologie in den Leuchten ist strategisch ausgerichtet und wurde auf Führungsebene getroffen. In der Praxis heißt das, dass der Großteil des Innenbeleuchtungssortiments von Fagerhult mit neuen LEDs ausgestattet wird, die die neueste Generation der Flip-Chip-Technologie nutzen. Diese Veränderung wird die Effizienz steigern und den Energieverbrauch je nach Leuchtenmodell um 5 bis 10 Prozent senken. Kleine Veränderung – große Wirkung „Erfolgreiche Nachhaltigkeitsbemühungen setzen die Konzentration auf das Wesentliche voraus. Der Energieverbrauch durch die Nutzung unserer Produkte steht für 85 Prozent von Fagerhults Klimaauswirkungen in der gesamten Wertschöpfungskette – also Scope 1 bis 3. Deshalb macht es wirklich viel aus, wenn wir die Effizienz steigern und den Stromverbrauch bei einem Großteil unserer Produktpalette senken können“, erklärt Niclas Thulin. Verlängerte Lebensdauer von 50 000 auf 100 000 Stunden bei gleichbleibend stabiler, hochwertiger Lichtqualität. „Es ist immer schwierig, genau vorherzusagen, wie viel sich durch eine Veränderung einsparen lässt, da viele Faktoren eine Rolle spielen. „Wenn wir jedoch von Daten aus dem Jahr 2025 ausgehen – wie viele Leuchten wir verkauft haben und in welche Märkte – und eine Nutzungsdauer von 50 000 Stunden ohne Lichtsteuerung veranschlagen, schätzen wir das Einsparpotenzial auf etwa 2 250 Tonnen CO₂e pro Jahr*.“ Das entspricht in etwa einem ganzen Wald: „Das entspricht ungefähr der Menge an Kohlendioxid, die 90 000 Bäume in einem Jahr binden**. Auf diese Weise könnte sich diese Veränderung erheblich auf unsere Umweltbelastung und die unserer Kunden auswirken.“ Eine einfache Umrüstung auf LED‑Beleuchtung kann die Emissionen um rund 2 250 Tonnen CO₂e pro Jahr senken – das entspricht der Menge an Kohlendioxid, die 90 000 Bäume jährlich binden. Verdoppelung der Betriebszeit Diese Umstellung bietet noch weitere Vorteile im Hinblick auf Nachhaltigkeit. Die Betriebsdauer der Leuchten verdoppelt sich von 50 000 Stunden auf 100 000 Stunden. Langfristig wird sich hierdurch der Verbrauch von Ressourcen wie Rohstoffen und anderen Materialien reduzieren. Zudem ergeben sich finanzielle Vorteile für unsere Kunden, die sicher und gewinnbringend in energieeffiziente Beleuchtung mit längerer Lebensdauer investieren können. Dank dieser neuen Technologie verfügen alle Leuchten außerdem über konstanten Lichtstrom. So ist für die gesamte Lebensdauer der Leuchte ein gleichbleibendes, hochwertiges Licht gewährleistet. Kurz gesagt: optimale Lichtergonomie in Hochform. Funktionsweise Eine kleine Veränderung, die große Wirkung zeigt – worin besteht aus technischer Sicht genau der Unterschied?„Unser Ansatz besteht darin, herkömmliche LEDs durch die neueste Generation der Flip-Chip-Technologie zu ersetzen. Vereinfacht ausgedrückt, verfügt der Flip-Chip über ein fortschrittlicheres Design, bei dem Elektroden und andere Kontaktflächen so angeordnet sind, dass sie den Lichtstrom nicht behindern oder beeinträchtigen. Flip-Chip-LEDs sind schlicht energieeffizienter und robuster“, erklärt Niclas Thulin.Leuchten, die bereits mit diesem LED-Typ ausgestattet sind, werden auf die neueste Generation von Flip-Chip-LEDs umgerüstet, ebenso wie alle Modelle, die bisher mit Standard-LEDs ausgestattet waren. Win-win in jeder Hinsicht Die Kosten für die Umstellung werden nicht durch teurere Leuchten an die Kunden weitergegeben, sondern durch die logistischen Vorteile finanziert, die diese Veränderung mit sich bringt. Niclas Thulin, Nachhaltigkeitsmanager, empfängt regelmäßig Kunden im Nachhaltigkeitszentrum von Fagerhult und zeigt ihnen, wie eine sorgfältige Beleuchtungswahl zum Klimaschutz und zu Kosteneinsparungen beitragen kann. „Dank größerer Einkaufsmengen und einer reduzierten Zahl von Teilen können wir zusätzliche Vorteile wie verbesserte Energieeffizienz, eine längere Lebensdauer, bessere Lichtqualität und geringeren Energieverbrauch bieten und vor allem einen erheblichen Beitrag zum Klimaschutz leisten“, betont Niclas Thulin.„Soziale Verantwortung ist für Fagerhult ein wirklich wichtiges Thema. Wir nehmen diese Verpflichtung sehr ernst und bieten Lösungen, die dem Klimawandel und den Herausforderungen bei der zukünftigen Stromversorgung Rechnung tragen. Unsere Kunden sollten nicht zwischen Finanzierbarkeit und Nachhaltigkeit wählen müssen – denn beides ist vereinbar. Es ist eine Win-win-Situation in jeder Hinsicht.“ *Emissionsfaktoren nach Ländern, die sich in erster Linie auf Daten der Association of Issuing Bodies (AIB) stützen.**Auf der Grundlage der durchschnittlichen Kohlendioxidaufnahme gemäß Ecotree.
Das Material macht’s – Wrapped präsentiert einen neuen Ansatz für nachhaltige Beleuchtung
In einer Welt, in der jedes Gramm Material und jedes Gramm Kohlendioxid zählt, präsentiert sich Wrapped nicht nur als Leuchte sondern als Statement. Bei der bisher nachhaltigsten Pendelleuchte von Fagerhult wurde nichts dem Zufall überlassen. Jedes Detail, jedes Material, jede Lösung wurde ganz bewusst ausgewählt. Nachhaltigkeit beginnt oft mit einer einfachen Frage: Woraus besteht ein Produkt? Bei Wrapped ist es ein Trio, und jedes Material hat in puncto Umwelt eine eigene Geschichte. Solid Board – ein bekannter, alter Freund Fagerhult hat Solid Board erstmals 2021 für Multilume Re:Think eingesetzt. Bei Wrapped sind wir allerdings noch einen Schritt weiter gegangen. Das Material besteht aus einer dreilagigen Konstruktion mit einem zu 100 % recycelten Kern, einer erneuerbaren, FSC-zertifizierten Deckschicht und einer dünnen Kunststoffschutzfolie. So entsteht ein Material, das insgesamt zu 65% recycelt ist und die CO₂-Emissionen im Vergleich zu fabrikneuem stranggepresstem Aluminium um 89% reduziert. Bildergalerie: Solid Board (Vollpappe) Wrapped besteht aus Bio-Vollpappe, recyceltem Aluminium und recyceltem Kunststoff. Kunststoff neu denken Wenn es um Nachhaltigkeit geht, ist Kunststoff häufig ein brisantes Thema. Aber Plastik ist nicht gleich Plastik. Für Wrapped wird recycelter Post-Consumer-Kunststoff verwendet. Im Gegensatz zu Pre-Consumer-Kunststoff, der noch nie in Gebrauch war, hat PCR-Plastik bereits ein Leben als Shampooflasche oder Lebensmittelverpackung hinter sich. Zitat: Josefin Carlsson Aluminium mit Geschichte Zwei strukturelle Bauteile im Inneren von Wrapped bestehen zu 75 % aus recyceltem Aluminium. Auch dieses Material ist Teil einer zirkulären Infrastruktur – und war vielleicht sogar einmal Teil einer Notor-Leuchte. Im Vergleich zu neu produziertem Aluminium reduziert diese Materialwahl die Emissionen um 64 %. Mehr mit weniger – Design für die Ewigkeit Bei Nachhaltigkeit geht es nicht nur darum, was man verbraucht, sondern auch wie viel. Mit nur 900 mm ist Wrapped kürzer als eine herkömmliche 1200-mm-Pendelleuchte. Allein diese Reduzierung entlastet das Klima um 25 %, ohne die Lichtleistung der Leuchte zu beeinträchtigen. Im Fagerhult Experience Centre in Habo vergleicht Josefin Carlsson die Klimabelastung von Produkten. Ein kurzer Blick in die Vergangenheit ermöglicht, die Auswirkungen von Wrapped besser einzuordnen. Im Jahr 2021 hatte Notor 65 – hergestellt aus fabrikneuem Aluminium – eine Klimabelastung von 34 kg CO₂e. Durch 75 % recyceltes Aluminium sank dieser Wert bis 2024 auf 25 kg CO₂e. Bei Wrapped liegt die Belastung heute nur noch bei rund 12 kg CO₂e. „Das entspricht einem Drittel der Belastung der ursprünglichen Notor 65 und der Hälfte der aktuellen Version. Gemessen in Kilogramm CO₂e ist dies eine stille Revolution“, erklärt Josefin Carlsson. Nach ihrer langen Lebensdauer – schätzungsweise 100.000 Stunden – ist Wrapped für einen ebenso nachhaltigen Abgang bereit. Mit ihrem Design ist die Leuchte leicht zerlegbar, wobei jedes Material recycelbar und für das nächste Kapitel in der Kreislaufwirtschaft vorbereitet ist.